Kleinverlage und Selpublisher – schlechtere Qualität?

Warum scheuen sich so viele Leser davor,
Bücher von Selfpublishern und/oder Kleinverlagen zu lesen?

Woher stammt der Mythos, dass aus dieser Ecke nur Bücher
von geringerer Qualität zu erwarten sind?

Ich habe da eine Vermutung und möchte ein paar Vorurteile ausräumen.

Selfpublisher Quali

Seit ich auch online meine Meinung zu gelesenen Büchern streue – arme Welt 😉 –, lese ich sehr gerne Werke von selbst verlegenden Autoren und liebe auch Kleinverlage. Dabei ist es gleich, ob das Cover ein Hingucker oder der Autor bekannt ist. Ich bin so oft positiv überrascht worden, habe ganz besondere Geschichten lesen und spüren dürfen! Fernab vom Mainstream, genau auf der Welle der aktuellen Trends oder wundervolle Kleinode. Ich glaube sogar, dass ich mehr Bücher aus diesen Bereichen lese als aus großen und bekannten Publikumsverlagen.

Nun würde ich mich durchaus als Leserin mit einem hohen Anspruch bezeichnen – was auch immer das heißt, denn jeder definiert Anspruch anders – und ich habe kaum „Fehlgriffe“ gehabt. Anders als bei den Hype-Büchern. Wir hatten das Thema ja erst. 😉
Jedenfalls fühle ich mich in diesem Umfeld wohl, die Auswahl ist riesig und ich lektoriere nur für diesen Kundenbereich. Viele Blogger aus meinem Kreis sehen das ebenso, viele Leser auch.

Doch wie kommt dann dieses hartnäckige und sehr weit verbreitete Vorurteil zustande?

Ich denke, überall gibt es schwarze Schafe oder Menschen, die es einfach nicht besser wissen. Und ein paar ganz wenige, die es wissen und ignorieren – wie in allen Lebensbereichen, nicht wahr? 😉

Heutzutage kann jeder ein Buch schreiben und hochladen, Selfpublishing betreiben. Aus Kostengründen vielleicht noch unlektoriert. Ach ein Verlag ist schneller gegründet, als ordentlich geführt. Und dann stolpert man als Leser*in über ebendieses Buch, das jemand vom Herzen weg in die Welt entlassen hat. Nun tummeln sich da eventuell viele Fehler, Autor*in ist unter Umständen Legastheniker*in und niemand war da, um ihr/ihm aufzuzeigen, wo das Buch noch Liebe und Zuwendung braucht. Das Cover ist in Paint erstellt, weil der Brotjob die Bezahlung eines professionellen Coverdesigners schlicht nicht abdeckt. Denn das Bedürfnis, das Herzenswerk in die Welt hinaus zu lassen, ist einfach unbändig. Das kann passieren, sogar oft.

Doch kommt das nur im Selfpublishing oder bei Kleinst- und Kleinverlagen vor?

O nein! Vieles geschieht ebenso mit Büchern aus großen und namhaften Verlagen. Auch da wird manchmal erst geschaut, ob das Buch läuft und anschließend investiert. Wie häufig denke ich mir, dass ein Cover weder zum Inhalt passt, noch schön ist? Wie oft geben sich Logikfehler und Rechtschreibprobleme in Büchern aus deren Repertoire die Hand? Oft!

Natürlich arbeiten auch da hinter den Kulissen nur Menschen, niemand ist perfekt. Und man weiß nie, wie das Manuskript ausgesehen hat, ehe ein Lektor*in damit gearbeitet hat. Vielleicht hat sie/er schon Stunden harter Arbeit hineingesteckt und mehr war schlicht nicht rauszuholen. Das weiß man als Leser nie. Das gilt für das Seflpublishing ebenso wie für Verlage.

Steht ein namhafter Verlag also automatisch für bessere Qualität? Nein!
Stehen Selfpublishing und Kleinverlage automatisch für schlechtere Qualität? Nein!

Ich will damit nur aufzeigen, dass alle Schreibenden und Verlegenden mit den gleichen Problemen kämpfen. Die Art des Verlegens ist kein Garant für bessere Qualität. Jedes Werk sollte seine eigene Chance bekommen. Und seien wir mal ehrlich, bei einem eBook, dass meist gerade einmal den Witz von 0,99 € kostet (richtig mieser Stundenlohn, Leute!), kann man nicht von großen Fehlinvestitionen sprechen.

Kleinverlage und Selfpublisher verdienen eine Chance, gebt ihren Werken und wundervollen Geschichten einen Platz in Euren Herzen. Lasst Euch nicht vom ersten Fehlgriff abschrecken, weil kein großer Name dahinter steht. Ihr werdet viele tolle Abenteuer erleben, die Euch berühren!

Kommende Woche möchte ich Euch gern ein paar Verlage und Selfpublisher vorstellen. Vielleicht werdet Ihr da ja fündig und bekehrt, wer weiß. 😉

Wer gern jetzt sofort und auf eigene Faust stöbern möchte, wird sicher hier fündig:
https://indie-buecher.com/

 


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Petrissa

Hallo Gwynny,

auch wenn ich mich jetzt richtig in die Nesseln setze, muss ich sagen, dass mir von zehn SP Büchern gerade zwei gefallen haben. Die anderen fand ich wirklich furchtbar.
Ich habe es wirklich versucht, weil ja einige Bloggerinnen da immer viel Werbung machen.
Ich will *ganz wichtig* auf keinen Fall behaupten, dass alle SP Bücher schlecht sind. Und es gibt viele SP auf Twitter, die ich als Mensch sehr schätze und lieb gewonnen habe. Aber die Bücher scheinen nicht meine Art von Texten zu sein.
Gerade letzten Monat habe ich wieder ein Buch abgebrochen, auf das ich mich wirklich sehr gefreut habe. Ich sag mal, bei Rezensionsexemplaren tut das nicht so weh. Aber Anfang des Jahres habe ich mir ein teures Buch gekauft, dass von einer Bloggerin empfohlen wurde, die ich sehr schätze. Ich bin nicht über die ersten (keine Ahnung) 30 Seiten hinaus gekommen, weil die Autorin sich tot beschrieben hat. Und ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut. Sorry, ich merke gerade, wie groß mein Frust ist.
Ich frage mich manchmal echt, ob Blogger dies oder jenes wirklich so toll finden oder nur so tun, um die Autorin nicht zu verletzen.
Nach dem letzten Flop habe ich mich auch entschieden, dass ich erstmal keine SP Bücher mehr lesen möchte (außer zwei, die ich noch hier habe). Ja, sicher, es mag mir damit das eine oder andere tolle Buch entgehen.

Natürlich habe ich auch mal einen Flop bei Verlagsbüchern. Aber das sind sehr wenige. Ich würde sagen, von 20 Büchern habe ich 2 Flops.
Bei Verlagsbüchern habe ich immer ein gutes Gespür, ob das Buch etwas für mich ist oder nicht.

Liebe Grüße
Petrissa

GWYNNY (Teja)

Buchverrückte mit tiefer Leidenschaft für das geschriebene Wort.

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