»Die ist ja entzückend! Wie heißt sie denn?«

»Auri«, sagte Dany, und die Frau starrte sie an wie vom Donner gerührt.

»Wie das Mädchen aus Der Name des Windes? «, fragte sie,
und Dany starrte ebenfalls fassungslos zurück.

Die Frau lachte.

Aus Zombie Zone Germany: Hoffnung von Hanna Nolden

Hoffnung auf Hintergrund

Das Buch Zombie Zone Germany: Hoffnung von Hanna Nolden ist im Oktober 2020 im Amrûn Verlag erschienen. Es handelt sich um einen in sich abgeschlossenen Einzelband aus der Reihe Zombie Zone Germany, die mit Einzelbänden und einer Anthologie ebenfalls im Amrûn Verlag erschienen ist. Das Buch ist als eBook und Print erhältlich.

Bisher sind in der Reihe erschienen:
ZZG: Die Anthologie
ZZG: Trümmer (Simona Turini)
ZZG: Tag 78 (Vincent Voss)
ZZG: Letzter Plan (Jenny Wood)
ZZG: Zirkus (Carolin Gmyrek)
ZZG: Blutzoll (Matthias Ramtke)
ZZG: Fressen oder gefressen werden (Thomas Williams)
ZZG: XOA (Lisanne Surborg)
ZZG Anthologie: Der Beginn
ZZG: Hoffnung (Hanna Nolden)

 

Beeindruckende Tiefe, die mir in ihrer Kürze sogar Tränen entlocken konnte.

 

So eine Zombie-Apokalypse ist eine prima Sache, solange man genug Kaffee und ein Regal voll ungelesener Bücher hat. Das redet sich Dany zumindest ein. Trotzdem fällt es ihr mit jedem Tag schwerer, aus dem Bett zu kommen. Doch dann treibt sie der Versorgungs-Notstand aus dem Haus und sie stolpert unversehens über einen Hoffnungsschimmer, der ihr ganzes bisheriges Leben gründlicher auf den Kopf stellt, als die Apokalypse es vermochte.

Ich werde sterben. Für eine Handvoll Tampons.

 

Diese knapp über 100 Seiten haben es in sich. Sie haben mich überrumpelt, überrascht, zu Tränen gerührt und bewegt.
Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wie das in einer Zombiegeschichte gehen soll, oder?
Da erwartet man ja eher sabbernde und verwesende Monstren, die nach dem eigenen Fleisch und Blut trachten. Keine Sorge – die gibt es auch. Und sie werden so richtig lecker-eklig beschrieben.^^

Allerdings steckt zwischen diesen Zeilen so viel mehr, als das bloße Szenario einer Endzeit-Zombie-Apokalypse!
Hanna Nolden spricht zwischen all dem Wahnsinn die Ängste an, die immer bleiben. Probleme, die es auch heute schon gibt. So wandelt Dany zunächst auf dem schmalen Grat, nicht vollkommen zu vereinsamen. Dann bekommt sie eine Aufgabe und weiß nicht, ob sie diese bewältigen kann. Sie wird dadurch zwar geerdet, doch bringt das ganz neue Schwierigkeiten mit sich. Die Angst zu versagen, nicht zu genügen, Zweifel daran, ob das zu schaffen ist. Doch diese Aufgabe strahlt auch Hoffnung aus, Zuversicht, und gibt Kraft und Willen, um zu kämpfen.

So liest man von den Schwierigkeiten des Alltags einer alleinerziehenden Mutter, ohne es vielleicht zu merken. Davon, wie es ist, wenn man gerade erst Mutter geworden ist und eigentlich noch gar nicht weiß, was man tun muss. Man liest von dem Umbruch einer jungen Frau inmitten von todbringenden Zombies und durchdrehenden Menschen. Von Gefahren und einem harten Weg.

Und es fühlt sich dabei heftig realistisch an. Man fühlt mit – gerade als Mutter.

 

Dieses Buch ist so viel mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Und ich finde es absolut lesenswert – ein Kleinod. Überraschend, tief und unglaublich authentisch. Trotz Zombies – denn der Kern der Story liegt für mich an anderer Stelle. Schlicht genial.

 

Höchstwertung!
©Teja Ciolczyk, 25.11.2020

 


Buchempfehlung

Ihr sucht mehr Bücher wie Zombie Zone Germany: Hoffnung in Endzeit- und Monsterstimmung? Dann ist dieses hier vielleicht genau richtig für Euch:
German Kaiju – Hrsg. Markus Heitkamp

Klickt auf das Bild und Ihr kommt zu meiner Rezension zu diesem Buch
hier auf meinem Blog.

German Kaiju auf Hintergrund

 

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