Blutige Welten – Hrsg. Günther Kienle

Anthologien-Rezension

Blutige Welten – hier ist der Name Programm! Zwischen abgetrennten Körperteilen, skurrilen Todesarten und aberwitzigen Missionen kommt man aus dem Lachen, Stirnrunzeln und Kopf gegen die Wand schlagen gar nicht mehr raus. ^^

Fakten1

Die Anthologie Blutige Welten, herausgegeben von Günther Kienle, ist im 2020 im Leseratten Verlag erschienen. Das Buch ist als Print und eBook erhältlich. Der Illustrator ist Holger Much.

Mit Kurzgeschichten vertreten sind folgende Autor:innen:

Markus Heitkamp, Sarah König, Stefan Cernohuby, Wolfgang Schroeder, Torsten Scheib, T. S. Orgel, Marina Heidrich, Thomas Williams, Nele Sickel, Jörg Fuchs Alameda, Günther Kienle, Ju Honisch, Vencent Voss

Kurzmeinung1

Eine durchaus gelungene Anthologie mit Höhen und Tiefen.

Klappentext1

Warnhinweis:
Blutige Welten sollten Sie nicht anwenden, wenn Sie glauben, dass sich Halblinge und Elben nicht zur Neubesiedlung fremder Planeten eignen, Sie Engel, Vampire und Drachen für allmächtige Wesen halten, Angst vor Leichensäcken, Riesenpenissen und Kängbibern haben oder denken, David Bowie wäre kein Außerirdischer.
Dosierung:
Wir empfehlen Blutige Welten nur in kleiner Dosierung zu sich zu nehmen. Darum haben wir 13 Anwendungen von den besten Fantastik Autoren vorbereiten lassen, in denen Fantasy, Science-Fiction, Humor, Horror und Verschwörungstheorien in verschiedensten Anteilen vermengt wurden.
Bei Überdosierung:
Gehen Sie ins Bett und schalten Sie das Licht aus. Schlafen ist die beste Medizin … wenn Sie denn noch schlafen können.

Schreibstil1

Da wir hier viele verschiedene Geschichten haben, möchte ich gern zu jeder ein Zitat zu lesen geben, die wenigstens einen kleinen Einblick gewähren. Doch erst ein paar allgemeine Worte zu diesem humorvoll-blutigen Werk:

Ich bin ein absoluter Fan der Anthologien des Leseratten Verlages. Diese hier ist jedoch die bisher schwächste, die ich gelesen habe. Es liegt nicht etwa an der Thematik – die ist oft sehr genial und absolut skurril-humorvoll umgesetzt worden. Es ist vielmehr die Auswahl. Einige Geschichten waren mir zu konfus und erschienen mir überhastet. Ich glaube fast, da wollten lieber ganze Romane entspringen. 😉 Andere fand ich dagegen wieder gewohnt grandios. Zum Beispiel die von Jörg Fuchs Alameda, Markus Heitkamp, Wolfgang Schroeder oder Günther Kienle. Das waren sehr geniale Shortstories, die meine Lachmuskeln sehr beansprucht haben! Insgesamt also eine durchwachsene Mischung.
Sehr genial waren hier wieder das Vorwort und die Vorstellung der Autor:innen. Das kann der Verlag neben gekonnte Funtastik eben besonders gut: Werke und Erschaffende gleichermaßen hervorheben. 😊


Und nun zu den Zitaten der einzelnen Geschichten:

Markus Heitkamp – Showdown im GoGo-In
Mark stand auf und spähte in den Nebenraum. Plüschi mit der Schrotflinte, Ente mit dem Revolver und zwei der Hasen mit Sturmgewehren, die größer als sie selbst waren, standen im Schankraum und schauten auf den dort liegenden vierarmigen Kollegen nieder. Der dritte Hase saß rittlings auf dem Brustkorb eines gepanzerten Angreifers und stach mit einem Armeemesser immer wieder auf dessen ungeschützten Hals und Kopf ein. Dabei rief er fortlaufend „Hasiohr“.

 

Sarah König – Vendetta
Der Junge erkannte die Waffe in meiner Hand. Er öffnete den Mund, ich umschlang ihn, presste meine Hand auf seinen Mund und hielt ihm die Waffe an die Stirn.
„Keinen Ton!“
Scheiße. Warum war ein Kind an Bord? Der Junge war kaum älter als zwölf. Was mache ich jetzt?

 

Stefan Cernohuby – The Deniables
Sie kreuzten die Klingen. Funken stoben, obwohl das angesichts einer Vibroklinge und einer Energiewaffe überhaupt keinen Sinn ergab.
„Sollen wir den Turm hinauf? Ich habe ihn extra so gebaut, dass er bei einem Schwertkampf stimmungsvoll einstürzt.“

 

Wolfgang Schroeder – Sherlock Holmes und die Zombies von London
Noch während Constable Cheng die junge Frau aus dem Zimmer abführte, wandte sich der Chief Inspector mir zu. „Meine Güte! Was für eine Wendung. Wie sind Sie nur wieder darauf gekommen, mein Freund?“
„Wie heißt es so schön? Man ist, was man isst.“

 

Torsten Scheib – Hillbilly-Surf Nazis from Outer Space
Tja, und irgendwo dort draußen hat jemand alles in den falschen Hals gegkriegt und …

 

T.S. Orgel – Blaues Blut
„Shit!“, wiederholte er. „Da ist irgendwo ein Leck! Da muss sich irgendwas losgerissen haben!“

Ich sah nach oben, konnte jedoch nichts entdecken.
„Da ist Blut auf deiner Stirn. Squidblut! Irgendwo läuft was aus!“
Ich fasste mir an den Kopf und betrachtete meine Hand. Tatsächlich. Blaues Blut.

Marina Heidrich – Drachenstaub und Engelssamen
„Engel“, hauchte Miguel und sank auf die Knie. „Mit einem Raumschiff. Oh mein Gott!“
„Steh auf!“ Michael deutete auf Miguel. „Lauf ins Dorf und sag dem Pfarrer, dass heute sein Glückstag ist. Die Retter kommen.“

 

Thomas Williams – Flucht vom Planeten Rigor Mortis
„Hugo hat Geld mit seiner Knarre abgehoben.“
„Dafür schicken sie einen nicht nach Rigor Mortis.“
„Nein, aber dafür, dass du bei jedem Filialbesuch mindestens eine Person abknallst, um deutlich zu machen, dass du nicht zum Spaßen aufgelegt bist. Auf diese Art und Weise geht alles etwas zügiger. Keiner will dich überreden, das Personal in Ruhe zu lassen, oder schwatzt was davon, sie könnten den Tresor nicht öffnen. Jeder hat Angst, der nächste mit einem Loch im Kopf zu sein.“

 

Nele Sickel – Gaumenfreuden auf Eridanisend
„Nein. Ich habe nur kurz woanders hingesehen und …“
„Kurz? Was das bei dir heißt, weiß man ja. Denk Nach! Wo ist sie hin?“
„Das weiß ich nicht. Ich habe gesucht, ich …“
„Wie lang ist sie schon weg?“
„Keine Ahnung. Eine Weile.“
„Arilas!“

 

Jörg Fuchs Alameda – Major Tom und Ziggy Stardust auf der Suche nach dem Unheiligen Gral von Ekkulon
„Hey, ich hab nicht nur eine Ausbildung zum Dimensionsschleusenbegleiter gemacht. Nein, nach dem Antiaggressionstraining darf ich sogar wieder alleine im Space-Taxi mitfliegen. Also sei froh, dass ich dabei bin.“

 

Günther Kienle – Die blutigen Sümpfe von Tangotango
„Ich war sein Vater“, sagte Dwarth Vaader.
Auch das noch!

 

Ju Honisch – Sammler
Sie blickten einander an.
Emanuel stellte fest, dass er mit diesem Menschen, der sein Nachbar war, tatsächlich etwas gemein hatte. Erstaunlich. Und irritierend. Emanuel sah sich gern als einzigartigen Individualisten.

Vincent Voss – Nektar
Shaphiro stand auf, zog sich an. Fühlte sich mächtig. Übermächtig. Die Party konnte weitergehen. Musste sie.
Am Ende der Nacht wusste er, dass Männer Sex mit ihm überlebten …

Fazit1

Eine durchaus gelungene Anthologie mit Höhen und Tiefen. Obwohl sie die bisher schwächste aus dem Programm des Leseratten Verlages ist, sind darunter ein paar sehr gute Geschichten, die meine Lachmuskeln sehr beansprucht haben.

Bewertung1

©Teja Ciolczyk, 02.11.2022

3Star
Buchempfehlung

Ihr sucht mehr Bücher wie Blutige Welten? 
Dann ist dieses hier vielleicht genau richtig für Euch:

Vikings Of The Galaxy, ebenfalls eine Anthologie aus dem Leseratten Verlag

Um zu meiner Rezension zu diesem Buch zu kommen, klickt auf das Bild.

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GWYNNY (Teja)

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