Ach, wie gut, dass niemand weiß … R.-B. Essig

In diesem Buch über Sprichwörtliches im Märchen geht es natürlich hauptsächlich um die schönsten, bekanntesten und rätselhaftesten Formeln in Märchen und deren Erklärung.

Aus „Ach, wie gut, dass niemand weiß …: Sprichwörtliche Redensarten aus dem Märchenreich“ von Rolf-Bernhard Essig aus dem Duden Verlag

Kurzmeinung1

Ein schöner Fundus, leider sprachlich nicht so zugänglich für jüngere Lesende.

Schreibstil1

Das Buch ist eine gute Unterstützung für Leute wie mich, die sich mit der Sprache und ihrer Herkunft auseinandersetzen. Gerade als Lektorin ist das ein schönes Werk für mich, um zwischenzeitlich darin Blättern zu können. Auch wenn man einfach wissen möchte, ob man eine märchenhafte Redensart eigentlich korrekt nutzt, kann man sich an dieses Büchlein wenden.

Wissenswert ist hierbei auch, was wir alles in unseren Sprachgebrauch aufgenommen oder gar abgewandelt haben. Wie alt manch ein Sprüchlein ist und dass es ursprünglich einmal etwas gänzlich anderes aussagen sollte.

Thematisch ein wenig sortiert, kann man sich gut orientieren und auch gezielt lesen. Das Buch muss man aus diesem Grund nicht von vorne bis hinten durchlesen, sondern kann sie je nach Wissbegierde einlesen. Hinten im Werk gibt es dafür auch ein Register, in dem die Sprüche nach dem Alphabet sortiert zu finden sind. Dafür muss man allerdings auch wissen, wie sie wirklich lauten.

Was ich sehr schade finde, wofür ich auch wirklich Abzug geben muss, ist die sprachliche Aufbereitung oder Erreichbarkeit für unsere jungen Leser. Gerade interessierte Kinder im Alter ab 9 Jahren (und ja, die gibt es!) werden sich hier sehr schwertun. Die Sprache ist für mich nicht problematisch, aber für viele Lesende unnötig gestelzt und amtlich. Sehr schade, denn die Lektüre wäre für die Schule gar nicht schlecht. Ich denke da etwa an die 4. Klasse, die hier in Bayern das Thema Märchen durchnimmt und auch selbst eines schreiben muss. Sicher kann die Lehrkraft das aufarbeiten, aber wir alle wissen, wie viel eine Lehrkraft heutzutage leisten muss. Es wäre schön, wenn Wissen wie dieses auch jüngeren Menschen zugänglich gemacht, statt mit einer sprachlichen Barriere ausgestattet werden würde. Natürlich gibt es in jedem Alter Ausnahmen. Einige werden es verstehen, andere daran verzweifeln. Aber im Großen und Ganzen hätte man das Konzept ein wenig anders gestalten können. Denn Märchen begeistern Jung und Alt – und so sollte man an das Thema auch herangehen, finde ich.

Fazit1

Ein schönes Werk für erwachsene Lesende, leider sprachlich nicht gut aufbereitet, so bleiben jüngere Lesende leider auf der Strecke. Dennoch eine schöne Ergänzung für die fachliche Bibliothek.

Bewertung1
3Star

©Teja Ciolczyk, 21.01.2024

Und wer es genau wissen möchte … 😉

Fakten1

Das Werk „Ach, wie gut, dass niemand weiß …: Sprichwörtliche Redensarten aus dem Märchenreich“ von Rolf-Bernhard Essig ist im September 2023 bei Duden erschienen. Es gehört zu der Reihe Sprach-Infotainment und ist als Print erhältlich.

Klappentext1

„Spieglein, Spieglein an der Wand …“, „Kreide fressen“ oder das „hässliche Entlein“ – unseren Märchen verdanken wir bis heute viele Redewendungen und geflügelte Worte. Man könnte sagen: „Und weil sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute.“
Dieses Buch widmet sich den schönsten, bekanntesten und doch oft rätselhaften Sprachbildern aus dem Märchenreich. Redensartenpapst Rolf-Bernhard Essig klärt unterhaltsam über ihre Bedeutung, ihren Hintergrund und ihre Karriere in der deutschen Sprache auf. Einfach märchenhaft!

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Um zu meiner Rezension zu diesem Buch zu kommen, klickt auf das Bild.

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GWYNNY (Teja)

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