Ich stehe vor einem Zirkuszelt und rede mit einem Vogel.
Ich traue mich nicht hinein, weil ich Angst vor dem Leben habe.
Ich konnte … ( sie) nicht auffangen.
Aus “Der Mitreiser und die Überfliegerin”

 

 

Das Buch „Der Mitreiser und die Überfliegerin“ von Mira Valentin ist erstmals im Dezember 2017 im LAGO Verlag erschienen. Mit diesem Buch hat die Autorin den Kindle Storyteller Award 2017 gewonnen. Es handelt sich um einen in sich abgeschlossenen Einzelband.

 

Das Herz schlägt beim Lesen ebensolche Salti, wie die Überfliegerin es mit dem Trapez vermag … Tief, emotional, echt.

 

Ist es Magie? Oder einfach nur das Leben? Die Welt des 18-jährigen Milan gerät aus den Fugen, als seine Sandkastenfreundin Jo bei einem Kletterunfall ums Leben kommt. Doch dann fliegt ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zu, der ihn ganz bewusst zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt Milan die schöne, aber womöglich verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen. Angezogen von ihrer sonderbaren Theorie über magische Menschen und Seelentiere reist Milan mit dem Zirkus und lernt: Es erfordert eine Menge Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Oder Magie – ganz wie man es nimmt.

 

Der Klappentext fragt mich als Leserin: „Ist es Magie? Oder einfach nur das Leben?“.
Nun, es ist definitiv die Magie des Lebens! Ich suche noch immer nach den Worten, die das Gefühl beim Lesen dieser Geschichte beschreiben. Ok, die Gefühle! Mira Valentin reißt mich mit, direkt hinein in diesen Strudel aus Panik, Schuld, Selbstzerstörung und der vagen Hoffnung auf bessere Zeiten.

Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen, doch das Ende gab mir den Rest – es ist so berührend, wunderschön und schrecklich zugleich.

Das Schicksal von Milan lädt ein, zu hadern, so beobachten. Er kämpft gegen seine Geister, um sein Ich – und das stellt sich in der heutigen Gesellschaft und mit seiner Vergangenheit als überaus schwierig heraus.

Die Autorin hat ein Händchen für das Zwischenmenschliche, für echte Gefühle und scheinbar auch für das Leben selbst. Zwischen diesen Zeilen liegt so viel Wahrheit und leider auch Endgültigkeit … man verharrt in Gedanken und reflektiert das eigene Leben. Denn eines ist klar – ich will meine Magie nicht verlieren!

Der Schreibstil ist geschwungen und doch präzise. Es lässt sich flüssig lesen, jedoch nicht überlesen. Hier möchte jede Zeile gesehen werden – und jede Zeile hat genau das verdient.

 

Viele Tränen, Gedanken und Herzsprünge später, habe ich in dieser Geschichte so viel Wertvolles und Wahres gefunden. Mira Valentin hat mich tief berührt und ihrer Leserschaft etwas gegeben, womit sie sich vielleicht ihre Magie bewahren kann. Ich schließe mit den Worten von Astrid Lindgren, die so herrlich zu diesem Buch passen: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

 

Höchstwertung!
©Teja Ciolczyk, 15.10.2018


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