Heyho Ihr lieben Lese-Ratten! 🙂

Heute darf ich Euch ein Interview mit dem ebenso liebenswerten wie charmanten Patrick Hertweck prĂ€sentieren. NatĂŒrlich gibt es auch etwas gaaaaaanz Tolles zu gewinnen. Dazu nach dem Interview mehr.

Doch lasst mich erst ein wenig aus dem NĂ€hkĂ€stchen plaudern – das mache ich zu gern 🙂
Ich durfte damals auf Facebook den Werdegang von Patrick und seiner Maggie verfolgen. War praktisch Fan der ersten Stunde, bevor ich das Buch Maggie und die Stadt der Diebe ĂŒberhaupt das erste Mal gelesen habe. Mittlerweile haben wir eine Art Fern-Freundschaft. Er ist ein lieber Kerl mit einem großen Herzen. Ein toller Familienvater mit viel Liebe fĂŒr Frau und Kinder. Und weil ich das so empfinde und der Meinung bin es sollten noch viel mehr Leute wissen, wie Patrick so ist, habe ich dieses Interview mit ihm gemacht. Dabei ist der Versuch nicht die Standard-Fragen zu stellen, hoffentlich geglĂŒckt – doch lest einfach selbst 😉
Ok, das muss ich noch dazwischen schieben… hier ist die Rezension zu seiner Maggie, klickt mal rein und ĂŒberzeugt Euch selbst, ob Ihr nicht Autor und Buch ins Herz schließen wollt *klick*


 

D A S   I N T E R V I E W

Patrick ĂŒber sich
Ich heiße Patrick, lebe in Freiburg im SĂŒden Deutschlands und bin Vater von drei Söhnen im Alter von 6, 4 und 1 Âœ Jahren. Ich bin frĂŒher auf die „Klosterschule zum Heiligen Grab“ gegangen, danach Jahre auf dem Sattel meines Fahrrads gesessen, anstatt etwas Gescheites zu lernen, war spĂ€ter viele Jahre als Projektleiter in einem Medienunternehmen tĂ€tig und habe nach der Geburt unseres ersten Kindes beschlossen, kĂŒnftig Hausmann und Schriftsteller zu sein. Nach der Geburt unserer Kinder zwei und drei sowie mit der Veröffentlichung meines ersten Romans beim Hausverlag von Otfried Preußler und Michael Ende, bin ich diesem Ziel ein gutes StĂŒck nĂ€her gekommen. 

 

Hallo Patrick! Herzlich willkommen bei mir! Ich freue mich sehr, Dich da zu haben – Einen sympathischen Mann und Autoren, der ein wirklich grandioses Kinder- und Jugendbuch geschrieben hat. (Und fĂŒr meine Leser, es geht um Maggie und die Stadt der Diebe!) FĂŒhle Dich wie zu Hause und lasse Dich ordentlich von mir ausquetschen 🙂
Hallo Teja! Ich freue mich auch, mit Dir nun ein wenig zu plaudern. Ich erinnere mich noch gut, dass Du eine der ersten warst, mit denen ich ĂŒber Facebook Kontakt hatte und die das Erscheinen meines DebĂŒts genau verfolgt haben. Ich war damals sehr gespannt, wie Du meinen Roman findest, und war sehr glĂŒcklich, dass er Dich ĂŒberzeugen konnte und auch eine sehr schöne Rezension von Dir bekommen hat.

Verdient ist nun mal verdient! 😉


Da ich ja eben von Deinem Buch sprach, beginnen wir doch einfach gleich an dieser Stelle. Wie ist es fĂŒr Dich, so oft abgebildet zu sein. In den Spalten der Empfehlungen von lokalen Tageszeitungen zu stehen? Nimmst Du Dich selbst jetzt anders war? Wie geht es Dir mit dieser Bekanntheit?
Ich muss zugeben, dass vieles in den vergangenen Monaten fĂŒr mich neu und ungewohnt war. Ehe mich der Thienemann-Esslinger-Verlag unter Vertrag genommen hat, habe ich ja mehr oder weniger nur fĂŒr mich geschrieben und ich hatte nicht einmal eine Hand voll Leser aus dem Kreis meiner Familie und Freunde. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie nervös ich war, als der Erscheinungstermin von „Maggie und die Stadt der Diebe“ nĂ€her rĂŒckte. Ich bin nicht der selbstbewusste Typ und Selbstzweifel sind mir nicht fremd. Ich wusste, nun musst du aus deiner stillen Ecke heraus und dich der Meinung der Leser und Kritiker stellen. Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen, weil mein Buch den meisten Lesern gefallen hat, von Euch Buch-Bloggern fast durchweg gute Kritiken bekam und sogar in diversen BlĂ€ttern wie der SĂŒddeutschen Zeitung positiv besprochen wurde. NatĂŒrlich war es anfangs seltsam fĂŒr mich, Artikel ĂŒber mich und mein Buch zu lesen oder dieses in Buchhandlungen zu entdecken. Aber alles in allem habe ich mich rasch daran gewöhnt und mir auch einen distanzierten Blick auf das Ganze bewahrt, denn mein Alltag als Vater von drei Kindern hat sich dadurch kein bisschen verĂ€ndert. Die Kleinen juckt das alles nicht die Bohne und die Rabauken geben sich redlich MĂŒhe, mich auf Trapp zu halten.

Das kann ich mir sehr gut vorstellen! 🙂 Es ist auch schön zu hören, dass die Kinder noch immer an erster Stelle kommen. Das sollten sie zwar immer, aber so selbstverstĂ€ndlich ist das leider nicht.
Leider nein. Aber die ersten Jahre sind fĂŒr Kinder unglaublich wichtig. Man muss seine Kinder begleiten, ihre AnsprĂŒche ernst nehmen und eigene Ambitionen zurĂŒckstellen. Die Kleinen werden schnell genug groß und dann kommen die FreirĂ€ume fĂŒr einen selbst von ganz alleine wieder zurĂŒck.



Wenn Du kein Autor bist, was machst Du dann? Gehst Du noch einem anderen Beruf, oder besser, einer anderen Berufung nach?
Da meine Frau in Basel arbeitet und parallel dazu die Ausbildung zur FachĂ€rztin macht, muss ich mich unter der Woche um die Kinder kĂŒmmern. Da bleibt wenig Zeit fĂŒr andere Aufgaben und ich muss um jede Minute kĂ€mpfen, die ich fĂŒr das Schreiben aufwenden kann. Vor Maggies Erscheinen habe ich öfter im Betrieb meines Vaters ausgeholfen, um ein paar Kröten fĂŒr unsere Haushaltskasse dazuzuverdienen. Ich erinnere mich noch gut, dass ich im Sommer vor anderthalb Jahren von einem langen Tag am Bau nach Hause kam und – fĂŒr mich völlig ĂŒberraschend – die E-Mail entdeckt habe, dass mein Manuskript vom Thienemann-Esslinger-Verlag angenommen wurde. 

Wahnsinn
das muss ĂŒberwĂ€ltigend gewesen sein. Konntest Du das damals ĂŒberhaupt gleich realisieren?
Himmel, nein! Und ganz ehrlich: Ich habe das bis heute noch nicht vollstĂ€ndig realisiert 😉 



Du bist ja glĂŒcklich verheirateter Familienvater. Wie geht es Deiner Familie damit, dass Du so viel Zeit in das Schreiben investierst? Wie nehmen Deine Kinder ihren Papa wahr? Bestimmt als Helden, oder? 😉
Meine Frau hat mich gottlob immer unterstĂŒtzt, auch in Phasen, in denen wir nicht wussten, ob das Schreiben jemals FrĂŒchte tragen wird, denn neben Talent und dem Willen, alles fĂŒr seinen Traum zu geben, benötigt man als Autor auch eine gehörige Portion GlĂŒck, von einem Verlag ĂŒberhaupt wahrgenommen zu werden. Der Buchmarkt befindet sich in einer sehr schwierigen Phase. Erfolge sind nicht mehr planbar. Viele setzen auf bewĂ€hrte Autoren oder sichern sich die Rechte fĂŒr Bestseller aus dem Ausland. Da grenzt es schon beinahe an ein Wunder, bei einem so tollen Verlag wie dem meinen zu landen, den man mit seiner Geschichte begeistern konnte und der auch bereit ist, viel Zeit und MĂŒhe zu investieren, einen neuen Autor auf dem Markt zu positionieren. Und zu meinen drei Söhnen: Kinder sind erstaunlich und bewundernswert. Ich bin mitnichten ihr Held, weil ich schreibe. Wenn sie meinen Roman in der Buchhandlung sehen, rollen sie meist die Augen und stöhnen „schon wieder diese Maggie“. Papa ist dann toll, wenn er mit ihnen durch den Wald streift oder sich als Darth Vader mit ihnen einen Laser-Schwertkampf liefert. 

Aber Du bist und bleibst ihr Held, das ist doch das Wichtigste! 🙂 Und mit Laser-Schwert wĂ€rst Du auch gleich noch meiner *lacht*
Manchmal ist man der Held und oft genug der grĂ¶ĂŸte Spielverderber im großen weiten Universum. So muss das auch sein. Auch wenn es anstrengend ist bisweilen, bin ich trotzdem im Grunde froh, wenn die Jungs auch ihre Grenzen ausprobieren und mir Paroli bieten. Das gehört unbedingt dazu, damit sich Kinder zu eigenstĂ€ndigen Persönlichkeiten entwickeln können. 


ZurĂŒck zu Maggie. Du bist sicher schon tausendfach gefragt worden, wie es zu dieser tollen Geschichte kam. Aber ich möchte wissen wie es fĂŒr Dich war, sie in die Welt hinausziehen zu lassen. War es schwer Maggie gehen und von anderen lesen zu lassen? Wie hast Du Dich nach der Veröffentlichung gefĂŒhlt?
Ich bin kein Schriftsteller, der mit einem nĂŒchternen Blick auf den Markt ein Konzept und eine Geschichte entwickelt und diese dann routiniert „runterschreibt“, obwohl ich mir das manchmal wĂŒnschen wĂŒrde. Mich muss das Setting faszinieren und die Figuren mĂŒssen mir ans Herz wachsen, damit ich in die Geschichte hineingezogen werde und sie ihren Lauf nehmen kann. Deshalb habe ich, ehe ich anfange zu schreiben, meist nur einen groben Plan im Kopf. Wenn die Welt dann allmĂ€hlich Gestalt annimmt und ich tief in sie hineingezogen werde, fĂŒhlt es sich oft fĂŒr mich an, als wĂ€re alles schon da und ich bin nur der Chronist, der das, was dort geschieht, niederschreibt. Erst wenn ich in diesem Zustand komme, fĂŒhlt sich das, was ich zu Papier bringe, richtig an. Und Widerstand ist zwecklos. Ich hatte ja fĂŒr Maggie ein ganz anderes Ende im Sinn, das ich auf Teufel komm raus auch durchsetzen wollte. Das Resultat war eine absolute Schreibflaute von ungefĂ€hr einer Woche, ehe ich die Waffen gestreckt habe und Maggies Geschichte so beendet habe, wie diese es verlangt hat. Wie das nach der Veröffentlichung war, habe ich ja zuvor schon beschrieben. Aber ich denke noch oft an die zehn Wochen zurĂŒck, in denen ich Maggies Geschichte ganz alleine in einer finsteren Nische einer Eckkneipe geschrieben habe. Und der Gedanke, dass das Buch inzwischen viele Male an unterschiedlichsten Orten von mir völlig unbekannten Menschen gelesen wurde, versetzt mich immer noch ins Staunen. 



Ach ja die Kneipe und Du
ich erinnere mich noch an das Gedicht, welches ich damals fĂŒr Dich geschrieben habe 🙂 Was meinst Du, ist es tauglich den Lesern prĂ€sentiert zu werden? 
Unbedingt! Bitte zitiere es doch noch einmal.

Also gut, dann soll es so sein 😉 Hier mein Gedicht zu Maggie und Patrick

 
Viele Stimmen durch die LĂŒfte schwirren,
Qualm die Sicht schon fast einschrÀnkt,
Gedanken sich in Dir verirren,
ein weit’res Wort sich dazu hĂ€ngt.
Wenn die Worte sich dann finden,
GlÀser klirren laut im Takt,
Musik will Dir die Worte binden,
so schreibt sich Dir der erste Akt.



Was ist Deine kreative Kraft, woher nimmst Du die Energie fĂŒr Deine Geschichten?
Das ist eine gute Frage, auf die ich wohl keine zufriedenstellende Antwort liefern kann. Ich bin ja auf der einen Seite ein eher lockerer Typ, der in seinem Leben viele Dinge ausprobiert hat und selten wusste, wohin er möchte. Aber wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann kann ich richtig verbissen sein und gebe nicht auf, ehe ich mein Ziel erreicht habe. Einen Roman zu schreiben, diesen Wunsch hatte ich schon seit meiner Kindheit. Ich habe diesen zwar lange aus den Augen verloren, aber an einem gewissen Punkt in meinem Leben kam er wieder auf und ich wusste, wenn ich ihn jetzt nicht angehe, dann wird er niemals in ErfĂŒllung gehen. Als meine ersten schriftstellerischen Schritte tat, habe ich rasch gemerkt, dass ich noch sehr weit davon entfernt bin, gut genug zu sein. Aber aufgeben, kam fĂŒr mich nicht in Frage. UnzĂ€hlige NĂ€chte habe ich geschrieben, immer wieder ganze Kapitel verworfen, neu angefangen, beschlossen das Handtuch zu werfen, um dann doch weiter zu schreiben, nur um am Ende einen Roman verfasst zu haben, der 184.324 Wörter umfasste und den ich mit etwas Abstand und kritischer Betrachtung als gescheitert betrachtet habe. Da stand am Scheideweg. Lass ich es bleiben oder wage ich mich an ein neues Projekt. Ich entscheid mich fĂŒrs Weitermachen, denn ich wusste, ich habe nun viel ĂŒber das Schreiben gelernt und beim nĂ€chsten Mal weiß ich, wie ich das angehen muss und wohin ich als Schriftsteller möchte. Danach schrieb ich „Maggie und die Stadt der Diebe“.



Wirklich gescheitert, woran hat es denn Deiner Meinung nach gefehlt? Das arme Manuskript liegt ja nicht ohne Grund einsam in einer Schublade 😉
Das hat viele GrĂŒnde. Einer der HauptgrĂŒnde war, dass ich anfangs große Angst hatte, dass mein Schreiben wie ein besserer Aufsatz klingt. Deshalb ist der Text an vielen Stellen zu ĂŒberladen und kompliziert geraten. Es fehlt eine klare Linie in dem Buch, zumal ich meiner Fantasie freien Lauf ließ und mich in vielen Nebenhandlungen verloren habe und darin zu viele Personen angesiedelt habe. Am Ende hatte ich dann große Schwierigkeiten, alle FĂ€den zusammenzufĂŒhren. Allerdings gibt es in dem dicken Stapel BlĂ€tter ein paar Szenen, die mir ans Herz gewachsen sind und die ich ab und an wieder lese. 



DĂŒrfen wir in naher Zukunft etwas Neues von Dir erwarten?
Ich habe ja schon geschildert, dass das vergangenen Jahr fĂŒr mich sehr aufregend war. So viel Neues prasselte ĂŒber mich herein. Dazu gab es bei uns viele VerĂ€nderungen. Der berufliche Wiedereinstieg meiner Frau, drei kleine Kinder (eines davon ein Baby) zuhause, die Einschulung unseres Ältesten, Termine fĂŒr Lesungen, vor denen ich anfangs eine Heidenangst hatte, weil ich mein Leben lang noch auf keiner BĂŒhne gestanden bin und irgendwas prĂ€sentiert habe, was von mir stammt. Darunter hat meine KreativitĂ€t gelitten und mit einem Neugeborenen sind die NĂ€chte ohnehin kurz. Deshalb bin ich leider noch nicht so weit mit dem neuen Projekt, wie ich erhofft und von mir erwartet habe. Aber seit ein paar Wochen habe ich den Kopf wieder frei, die Kinder sind nun alle in Betreuung, so dass ich von Montag bis Donnerstag jeden Tag vier Stunden zur freien VerfĂŒgung habe und vor allem habe ich wieder eine Welt entdeckt, die mich fasziniert und meine Fantasie sprudeln lĂ€sst. Die nĂ€chsten 1-2 Monate möchte ich noch intensiv recherchieren und dann so schnell wie möglich den neuen Roman geschrieben haben.


Ein neuer Roman, das klingt wie Musik in meinen Ohren. DĂŒrfen wir Ähnliches wie Maggie erwarten? 
Eine der Herausforderungen fĂŒr mich war, eine Geschichte zu entwickeln, die Ă€hnlich wie Maggie funktioniert, mein DebĂŒt jedoch nicht abkupfert. Etwas völlig anderes zu machen (etwa einen Roma ausschließlich fĂŒr ein erwachsenes Publikum), war keine Option, da ich mich erst einmal als Autor positionieren muss und die Leser von Maggie wieder fĂŒr meine neue Geschichte gewinnen möchte. Außerdem schlĂ€gt mein Herz fĂŒr Geschichten, in denen Kinder die Helden sind und die sowohl junge wie auch Ă€ltere Leser ansprechen. Und gottlob habe ich ein neues Setting gefunden, das ganz anders ist als New York im Jahre 1870, aber ebenso spannende Orte bereithĂ€lt. 



Hast Du ein Vorbild, oder jemanden den Du so achtest, dass Du ihm nacheifern möchtest?
Da gibt es viele. Ich nenne hier einmal drei Vorbilder. Rainer M. Schröder achte ich sehr fĂŒr seine unglaublich gut recherchierten Geschichten und sein Arbeitspensum, das er seit Jahrzehnten an den Tag legt. J.K. Rowling bete ich an, weil sie es bei Harry Potter wie kaum ein anderer geschafft hat, eine Welt zu zaubern, in die ich flĂŒchten und in der ich ganz und gar aufgehen kann, so dass ich den oft grauen Alltag um mich herum komplett vergesse. Stephen King liebe ich, obwohl ich die meisten seiner Romane als gescheitert betrachte. Er versteht es ausgezeichnet, ĂŒber Kindheit zu schreiben und das GefĂŒhl von Freiheit, das man als Heranwachsender hatte, auf Papier zu bannen. Außerdem spĂŒrt man bei ihm, dass er ganz und gar in seiner Welt abtaucht und diese bis ins kleinste Detail authentisch und mit seinem Herzblut ausfĂŒllen kann. King darf sich bei mir als Leser gerne verlieren, seine Romane unnötig in die Breite dehnen, denn der Plot interessiert mich meist herzlich wenig. Ich möchte von ihm einfach nur an der Hand genommen und durch seine Welt gefĂŒhrt werden, so lange wie nur möglich. 



Ja als Person ist J. K. Rowling fĂŒr mich etwas anderes. Aber als Autorin hat sie meinen ganzen Respekt. Denn sie hat meine ganze Familie begleitet. Harr Potter ist ein Teil unseres Lebens und hat mich bestimmt geprĂ€gt.
Über ihre Person kann ich gar nichts sagen, da ich das wenig verfolge. Aber es ist doch wirklich erstaunlich, wie viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Rowling mit ihrer Romanreihe begeistern und prĂ€gen konnte. Harry Potter war beinahe rund um den ganzen Globus ein riesiger Erfolg und beweist fĂŒr mich, dass wir alle – zumindest die Kinder – doch irgendwie Ă€hnlich ticken. Es ist eine Schande, wenn man in Anbetracht dessen die aktuelle und fĂŒr mich sehr beĂ€ngstigende politische Lage in der Welt betrachtet. 



Wie lange hast Du gebraucht, bis Du Maggie und die Stadt der Diebe an einen Verlag geschickt hast? Musstest Du ermutigt werden, oder hast Du es ganz allein und aus eigenem Antrieb getan?
Das war bei mir etwas anders. Mit meinem ersten Roman, der bei mir in der Schublade liegt, konnte ich einen seriösen und sehr engagierten Agenten gewinnen. Dieser hatte von mir ein ExposĂ© fĂŒr Maggie und eine Textprobe von 30 Seiten, welche er meinem Verlag vorgestellt hat. Beides konnte auf Anhieb ĂŒberzeugen und so erhielt ich den Auftrag, den Roman binnen drei Monaten zu schreiben. 



Wow
drei Monate?? Das klingt recht kurz, oder?
FĂŒr mich ist das enorm kurz und ich habe daraus etwas fĂŒr mein Schriftstellerleben gelernt. Es macht durchaus Sinn, irgendwann alle Zweifel und Überlegungen ĂŒber Bord zu werfen und einfach loszulegen und die Geschichte von der Leine zu lassen. Wenn es die richtige ist, dann kommst du als Autor in eine Art Tunnel und dieser fĂŒhr dich schnurstracks an sein Ende.



Wenn Du selbst liest, was sind das dann fĂŒr BĂŒcher? Hast Du eine Empfehlung fĂŒr uns?
Leider komme ich viel zu selten zum Lesen. Meist muss ich mir SachbĂŒcher vorknöpfen, um ĂŒber die Historischen Begebenheiten meines aktuellen Projekts zu recherchieren. Überhaupt bin ich erst spĂ€t zum Lesen gekommen und habe in meinem Leben viel zu wenige BĂŒcher gelesen. Gottlob gibt es HörbĂŒcher. Und da wir drei Kinder haben, ergab sich oft die Gelegenheit bei stundenlangen SpaziergĂ€ngen mit dem Kinderwagen in eine Romanwelt abzutauchen. Ich nenne einfach mal ein paar Romane, die mir viel bedeuten und welche ganz und gar unterschiedlich sind: Stevensons Schatzinsel, „Rebecca“ von Daphne du Maurier, „Verbrechen und Strafe“ von Dostojewski, „Misery“, „Sarah“ und „The Stand“ von Stephen King, der erste Teil der Millenium-Trilogie von Stig Larsson, Rowlings „Harry Potter“, „Der Schatten des Windes“ von ZafĂłn und „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee. Mein Lieblingsbuch im vergangenen Jahr war der Zwei-Teiler „Vango“ von TimothĂ©e de Fombelle. 


Was bewegt Dich dazu zu schreiben. Was treibt Dich an, wie kam es dazu?
Wie ich schon erwĂ€hnt habe, bin ich relativ spĂ€t erst zum Lesen gekommen. Angefangen habe ich nicht etwa mit KinderbĂŒchern, sondern mit Gruselgroschenhefte. Mein erstes richtiges und gleich unglaublich dickes Buch war Stephen Kings „es“, das ich von meinem Taschengeld gekauft habe. Meine Eltern waren damals im Urlaub und ich alleine zuhause. Ich habe mich dann mit dem Schinken auf die Terrasse gesetzt und angefangen zu lesen und eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben gemacht, denn wĂ€hrend der nĂ€chsten Wochen befand ich mich mehrere Stunden am Tag in Derry Maine (anstatt in Hörden im Murgtal J )und erlebte mit neuen Freunden eine grausige und abenteuerliche Geschichte. Das war eine tiefgreifende Erfahrung und grenzte fĂŒr mich an ein Wunder. Damals wurde der Wunsch geboren, das auch einmal zu versuchen.



Mal angenommen, Maggie wĂŒrde verfilmt werden. Welche Schauspieler wĂ€ren Deine Favoriten fĂŒr Maggie & Co.? Oder wĂ€rst Du strikt gegen eine Verfilmung?
ZunĂ€chst: Eine Verfilmung wĂ€re eine großartige Sache, denn ich betrachte Film und Buch immer getrennt voneinander. Ich achte nur darauf, immer zuerst das Buch zu lesen, damit ich beim Lesen nicht die Filmbilder, sondern meine eigenen im Kopf habe. Und es gibt wundervolle Beispiele, in welchen der Film sich von der Buchvorlage emanzipiert hat und zu etwas ganz EigenstĂ€ndigem wurde wie z.B. „The Shawshank Redemption“ oder „Stand by me“ von Stephen King. Aber da in meinem Roman Kinder und Jugendliche die Protagonisten sind, habe ich keine Schauspieler dafĂŒr im Kopf. Da wĂŒrden sich bestimmt junge und unverbrauchte Talente finden lassen.

Da geht es mir genauso wie Dir Patrick! Ich habe Die Tribute von Panem noch immer nicht geschaut, weil ich es bisher leider nicht geschafft habe Teil 2 und 3 zu lesen. Dabei bin ich so gespannt darauf 😉


Dein liebster Ort zum schreiben? Weshalb ist er der beste?
Ich kann ums Verrecken nicht zuhause schreiben. FrĂŒher konnte ich dort auch nicht lernen oder Hausaufgaben machen. Ich brauche, um mich zu konzentrieren, Menschen um mich herum sowie eine gewisse GerĂ€uschkulisse. Deshalb schreibe ich ausnahmslos in CafĂ©s und Kneipen, in welchen ich mir eine Ecke suche, in der ich am besten kaum zu sehen bin. Warum das so ist, weiß ich nicht. Das war schon immer so. 
Witzig, bei mir muss es immer ruhig sein. Am besten ist es Abend, der Kleine schlĂ€ft und ich sitze mit Laptop im Bett 😉
Du siehst, jeder ist da unterschiedlich. Aber auch ich arbeite oft, wenn alle anderen im Bett sind und friedlich schlummern. Ich liebe die AtmosphÀre dann. Nur schreibe ich dann nie Neues, sondern lese, korrigiere oder mache mir Notizen. 


Hast Du ein Buchzitat fĂŒr uns, welches Du besonders gern hast?
Leider nein. Ich finde oft Zitate, die fĂŒr mich in einem Satz ganz viel Wahrheit enthalten Aber ich kann mir so etwas nie merken und bin nicht der Typ, der nach irgendwelchen Weisheiten lebt oder nach einem Motto. Deshalb vergesse ich die intelligenten Äußerungen prominenter Vertreter meiner Zunft immer wieder. Spontan fĂ€llt mir nur ein Zitat von Marcel Reich-Ranicki ein, der einmal meinte, jeder gescheite Roman drehe sich im Grunde um Liebe und Tod. Und da ist was dran, finde ich. 



Mein lieber Patrick, tausend Dank fĂŒr Deine Zeit. Vor allem fĂŒr die Einblicke in Deine ganz eigene Autoren-Welt! 🙂 Es war mir eine Ehre und Freude Dich bei mir zu haben!
Teja, ich gebe den Dank zurĂŒck. Es hat mir großen Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten, zumal sich diese wohltuend von den ĂŒblichen unterschieden haben, so dass ich sicher bin, dass Dein Interview einige neue Dinge ĂŒber mich und meine Arbeit preisgibt.


Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Aber ich bin immer noch ganz begeistert davon, wie offen und ehrlich man mit diesem Mann sprechen kann 🙂 Ein genialer Autor und wertvoller Mensch. Schön war sie, die Unterhaltung mit Patrick Hertweck!


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