Die Auffahrt, und auch Teil der Straße, wurde von Rosen besäumt.
Weiße Rosen. Emma blinzelte.
Etwas so Schönes hatte sie noch nie gesehen.
Die Blüten strahlten im Sonnenlicht, helle Farbakzente auf dunklem Grün.
Unwillkürlich lächelte sie, ihr Herz ging bei diesem Anblick auf
und Emma schluckte.

Die Abneigung gegen ihr neues Zuhause verschwand.
Sie fühlte sich auf einmal angekommen, ihre Laune hob sich und es war,
als würde sie zur Ruhe kommen.
Nun, fast.
Sie konnte es kaum erwarten, das Haus zu betreten.
Etwas zog sie ins Innere.

Aus „Fairytale Gone Bad I: Die Nacht der Blumen“ von Michaela Harich

 

Das Buch „Fairytale Gone Bad I: Die Nacht der Blumen“ von Michaela Harich ist erstmals im Juni 2019 Amrûn Verlag erschienen. Es bildet den Auftakt einer Reihe aus eigenständigen Geschichten verschiedener Autoren. Bis her sind 3 Bände erschienen, ein vierter ist bereits vorbestellbar.

 

Wunderbar schaurig und schön in Szene gesetzt!

 

Eine geheimnisvolle Puppe und ein Wintergarten, in dem nachts Blumen tanzen.
Als Emma mit ihrer Familie von der Großstadt aufs Land zieht, ist sie überzeugt, schon bald vor Langeweile sterben zu müssen.
Doch kaum betritt sie die Villa, muss sie feststellen, dass Langeweile ihre kleinste Sorge ist, denn nichts ist, wie es zu sein scheint. Merkwürdige Ereignisse häufen sich, die düstere Vergangenheit des Hauses offenbart sich Emma und fordert ihren Preis.
Emma muss sich der Bedrohung stellen, um ihre Familie und vor allem sich selbst zu retten.

Bekannte Märchen auf eine ganz neue Art nacherzählt – nichts für kleine Kinder! Die Gebrüder Grimm würden im Grab rotieren …

 

Erst einmal hat es mich eiskalt erwischt. Ich hätte mir ja denken können, dass der Name der Reihe „Fairytale Gone Bad“ mit Sicherheit auch Programm ist. Doch mich gleich im ersten Band mit meinem Erzfeind, der Porzellanpuppe, konfrontiert zu sehen, war eine besondere Herausforderung. ^^ Ernsthaft, ich hasse Porzellanpuppen, sie jagen mir Angst ein und ich mag mich nicht mal mit einer von ihnen im selben Raum aufhalten. Zurecht, wie ich jetzt wieder finde!

Michaela Harich hat eine tolle Atmosphäre geschaffen. Sie lässt die Story in der Zeit wandern und knüpft so Fäden, die am Ende wirklich ein schauriges Bild ergeben. Ein paar Schwächen hat die Geschichte sprachlich, das bricht dem Zacken der spannenden Unterhaltung aber nur ein kleines Stück ab. Eine Kleinigkeit war für mich auch nicht logisch, das muss allerdings jeder Leser für sich selbst herausfinden.

Die Charaktere waren, bis es die Geschichte verlangte, sehr unterschiedlich und ich konnte sie auf die Kürze ganz gut abschätzen. Danach mussten sie alle ähnlichen Mustern folgen, das war aber gar kein Problem, weil ich schlicht so gefesselt war, dass ich mich auf ganz andere Dinge fokussierte.

 

Gruselig, schaurig und schön in Szene gesetzt. Insgesamt ein gelungener Auftakt für diese Reihe mit ein paar kleinen Schwächen. Ich bin froh, dass ich die beiden Folgebände schon hier habe, den vierten habe ich soeben vorbestellt – auch wenn noch kein Cover da ist. ^^

 

©Teja Ciolczyk, 27.10.2020


 

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