Callahan vermittelte einen Moment lang den
Eindruck eines Fisches am Haken,
der nicht glauben konnte, an Land gezogen worden zu sein.
Seine verstörend grünen Augen waren weit aufgerissen
und schienen das Licht zu spiegeln und vielleicht hätte Gabriel
schon am Aussehen des Mannes erkennen müssen,
dass mit ihm etwas nicht normal sein konnte.

Aus „Above All Else I: The Ocean Wind’s Desire“ von Roberta Altmann & Judith L. Bestgen

 

Der Auftakt zu dieser Buchreihe, „Above All Else I: The Ocean Wind’s Desire“ von Roberta Altmann & Judith L. Bestgen, erschien erstmals im Juni 2020. Derzeit ist es als eBook erhältlich.

 

Eine Auftakt mit Schwächen, jedoch auch viel Potenzial. Piraten, die Navy und Magie geben ein gelungenes und vor allem seltenes Setting. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

 

1705 Piratencaptain David Callahan liebt den Reichtum und er liebt das Spiel. Das Meer in den Adern und mehr in seinem dunklen Herzen verborgen, als die Navy zugeben mag, spielt er mit seinen Gegnern und genießt es, seinen Ruf immer weiter in das Gewand eines Monsters zu kleiden. Sein durchtriebener Instinkt sagt ihm, wann ein Risiko zu hoch ist und wann er gewinnen wird. Doch eines Tages spielt ihm seine Gier einen Streich. Nicht mehr länger sein Untertan verführt sie ihn zu einem Fehler, der ihn beinahe den Kragen kostet. Er gewinnt den Kampf, aber die ganze Schlacht scheint für ihn aussichtslos, als er einen Gefangenen nimmt, der zu wichtig für die Krone ist, und ihm auf einmal die gefährlichsten Männer der Navy in die Quere kommen.

 

Ich liebe die Thematik. Piraten lassen mich schon immer zwischen Faszination, Ablehnung und Bewunderung schwanken. Genau diese Essenz haben die beiden Autorinnen hier hervorragend eingefangen. Nichts ist nur schwarz oder weiß – und Grau hat verdammt viele Facetten …

Die Protagonisten haben mich beide überzeugen können, obwohl sie auf diesen wenigen Seiten noch nicht so viel Tiefe erhalten konnten. Doch was anklingt, verspricht viel und ich konnte mich in beide hineinversetzen. Wenn auch nur bedingt, war ich ja weder bei der Navy noch Pirat im Jahre 1705 😉

Leider bin ich zunächst schwer reingekommen. Das mag daran liegen, dass ich derlei Geschichten noch nicht gelesen habe. Ich tat mich jedoch auch mit dem für mich sehr trockenen Start schwer. Sobald der Kampf auf See auf seinen Höhepunkt kam, war ich voll dabei. Ich mag gern, wie sie den fantastischen Aspekt untergebracht und das Buch dennoch ein Abenteuer mit Piraten und der britischen Flotte sein lassen konnten. Es ist gar nicht so einfach, möchte man auch atmosphärisch fesseln können. Das ist den beiden Autorinnen gelungen.

Der Spannungsbogen hätte bei der Buchlänge ein wenig eher ansetzen und ausgewogener sein dürfen. Viel haben sie mit den Gesprächen zwischen Gabriel und David wettgemacht, doch eben nicht alles.

Sprachlich gibt es noch Luft nach oben. Es ließ sich durchaus gut lesen und mir hat die Story auch gefallen. Allerdings gab es doch so manchen Satz, der mich stolpern ließ und mich so aus dem Lesefluss gerissen hat. Das verpasst der Atmosphäre, die ich mir als Leserin aufbaue, leider ein paar Risse. Man merkte schon, dass es zum Ende hin besser und ausgefeilter wurde; ich bin mir auch sicher, dass es im kommenden Band noch mal ein Stück besser sein wird. Denn das Potenzial ist in jedem Fall da, die Idee und das Setting sind super und die Geschichte konnte mich schließlich auch immer wieder in ihren Bann ziehen.

 

Eine schöner Auftakt mit Potenzial: Piraten, Navy und Fantasy – eine ausgesprochen geniale Mischung. Insgesamt hat der erste Band noch Luft nach oben – sprachlich und inhaltlich darf ausgebaut werden. Dennoch hatte ich Spaß daran und freue mich auf die Fortsetzung.

©Teja Ciolczyk, 24.06.2020


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