Ich stürme die Treppe hoch – ihre Zimmertür steht offen. Sie ist nicht da. Über den Holzboden verteilt liegen Kleider und Schminkdöschen, samt herausgerissener und entleerter Schubladen. Ohnmacht nagt sich hinter meine Stirn, ich stütze mich an einer Wand ab.
Aus „Wer Mond und Blut berührt“ von Michael Schwendinger
Düstere und ungeschönte Fantasy, die aufmerksame Leserschaft sucht.
Seit ich „Der Schlaf des Roten Löwen“ gelesen habe, bin ich ein Fan dieses Autors. Diesmal habe ich nach humorvoller Fantasy, Schauer und Grusel eine neue Facette seines Schreibens erleben dürfen. Von dieser düsteren Fantasy, die nicht nur von ihren Zeilen lebt, sondern auch von den ungesagten Worten dazwischen, bin ich positiv überrascht.
Dieses Buch besticht dadurch, dass der Weichzeichner fehlt, die Charaktere stehen in ihrer unverfälschten Version ihres Selbst vor der Leserschaft. Und zwar mit den vielen Stufen von Grau bis hin zu finsterdunkel. Michael Schwendinger spielt mit Käuflichkeit, Verrat, Verzweiflung und Manipulation und den sich gegenseitig verwischenden Nuancen dazwischen. Mit dem eigenen Gewissen und dem, in was man hineingeboren wurde.
Bisweilen schreitet die Story in sich und in einzelnen Szenen sehr schnell voran, weshalb man sich auf das Buch konzentrieren sollte. Für nebenher und „mal eben schnell“ würde ich es nicht empfehlen. Atmosphärisch gefällt mir wirklich gut – fast zu gut. Denn bildmalerisch ist das sehr anschaulich. Man schmeckt fast den Staub, spürt den heißen Wind. Und kann sich leider ebenso detailreich Dinge vorstellen, von denen man vielleicht lieber kein so genaues Bild gehabt hätte. ^^ Die Spannung baut sich sehr schnell auf und wird durch die erzählerische Tiefe gut gehalten. Doch es gibt auch Atempausen, keine Sorge.
Ein facettenreiches und düsteres Lese-Erlebnis, dass gern mit voller Aufmerksamkeit gelesen werden möchte, um verstanden zu werden. Für mich ein gelungenes Buch!
©Teja Ciolczyk, 14.03.2026
Und wer es genau wissen möchte … 😉
Das Buch „Wer Mond und Blut berührt“ von Michael Schwendinger ist im Februar 2026 bei LeeBooks: erschienen. Es ist ein in sich abgeschlossener Einzelband, der als E-Bok und Print erhältlich ist.
Die Sterne stehen schlecht über Malusa, Stadt der Glutsonne – ein blutiger Mond wirft seine Schatten voraus.
In den Gassen ist es schwer, ein gutes Leben zu führen. Dennoch setzt Tagträumer Tuan alles daran, seine große Liebe aus den Fängen des Freudenhauses zu befreien. Als ihm ein geheimnisvolles Artefakt in die Hände fällt, eröffnen sich plötzlich Möglichkeiten, an die er zuvor nicht einmal zu denken wagte.
Was er nicht ahnt: Kopfgeldjägerin Kayla ist bereits auf der Suche nach dem Objekt, das weit mehr als nur Wünsche erfüllt. Während sie immer weiter in die Schlingen ihrer eigenen dunklen Vergangenheit verwickelt wird, gerät auch Tuan in den Sog der Nacht. Denn das Artefakt ist mit einem Kult verwoben, der nur noch auf den nächsten Neumond wartet …
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Der Schlaf des Roten Löwen
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